Schieb den Gedanken nicht weg! Schieb die Verantwortung nicht weg!
Schulungen zur Prävention von (sexualisierter) Gewalt im St. Benno-Gymnasium Dresden
Dresden. Dass Schulungen zur Prävention von (sexualisierter) Gewalt keine lästige Pflicht sein müssen, sondern den Blick weiten können und die Möglichkeit eröffnen, mit Kindern und Jugendlichen, aber auch in erwachsenen Kontexten zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen, bewiesen zwei Veranstaltungen Ende März und Mitte April. Engagierte Eltern derzeitiger und ehemaliger Schülerinnen und Schüler des St. Benno-Gymnasiums sowie einige ehemalige Lehrkräfte, insgesamt 14 Personen, fanden sich am 31. März und am 14. April mit der Referentin Christiane Gläser zusammen und besprachen unter der Überschrift „Keine Nähe ohne Grenzen“ entscheidende Fragen in diesem Kontext. All diese Personen begleiten z.T. schon seit mehreren Jahren das Projekt „Komm-und-sieh“ Jürgen Leides, des ehemaligen Pädagogischen Leiters des St. Benno-Gymnasiums, das er dankenswerter Weise auch nach seinem Ruhestand in Form einer Vereinsgründung zu diesem Zweck weiterführt. Im Rahmen dieses Projekts findet u.a. eine Assisi-Fahrt mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen statt, auf der sie „eine Woche miteinander in der Gemeinschaft, mit sich selbst und nicht zuletzt mit Gott“ verbringen.
In Absprache mit der Hauptabteilung Schulen und Hochschulen war man sich sehr schnell einig, dass alle Begleitpersonen die Gelegenheit erhalten müssen, sich zu diesen Fragen auszutauschen. Es war deswegen für alle Beteiligten eine Selbstverständlichkeit, diese Schulungsverpflichtung in die Kooperationsvereinbarung des neu gegründeten Vereins mit der Hauptabteilung Schulen und Hochschulen des Bistums Dresdens zu integrieren.
Dass wiederum alle Teilnehmenden dies nicht als Pflicht, sondern als Bereicherung empfunden haben, zeigte sich u.a. daran, dass die Mehrzahl von ihnen – obwohl die Teilnahme an einer Sitzung ausreichend zur Erfüllung der Schulungsverpflichtung gewesen wäre - ganz selbstverständlich die zweite Veranstaltung besuchten, um proaktiv Haltungen einzuüben, eine grenzachtende Sprache und Umgangsformen zu thematisieren und zu fördern. Alleine das von Christiane Gläser vermittelte Faktum, dass laut WHO in Deutschland ein bis zwei Kinder pro Klasse von sexualisierter Gewalt betroffen waren und sind, machte deutlich, dass solche Erfahrungen mit nach Assisi reisen und gegebenenfalls aufgefangen werden müssen. Viele der Teilnehmenden berichteten, dass sie in ihren Familien und in ihrem Arbeitsumfeld in den Austausch über Fragen der Prävention von (sexualisierter) Gewalt kamen und so dem Thema die Aufmerksamkeit eröffneten, die es unbedingt braucht, um zu einer präventiven Haltung zu gelangen.
Dr. Annette Leithner-Brauns