Ökumenische Jugendgruppe pilgerte auf den Spuren Jesu

vom 13. bis 22. Februar in Israel

Den Spuren Jesu folgte in diesen Tagen eine ökumenische Jugendgruppe in Israel.

Den Spuren Jesu folgte in diesen Tagen eine ökumenische Jugendgruppe. Fotos: privat

Israel, 21.02.2018: Eine ökumenische Jugendgruppe mit 86 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und ihren Begleitern ist seit 13. Februar zu einem Ökumenischen Jugendcamp auf einem Zeltplatz bei Beit She’an, südlich vom See Genezareth, in Israel zu Gast. Das Leitwort der Tage lautet "Auf den Spuren Jesu - in Israel und im eigenen Leben". Mit dabei ist auch der katholische Bistumsjugendpfarrer Martin Kochalski. „Es ist spürbar, dass sehr viel Feuer bei den Jugendlichen dahinter steckt, und dass dieses Land tatsächlich beeindruckt und das Nachdenken über den eigenen Glauben vertieft“, schildert der Bistumsjugendpfarrer seinen Eindruck der Reise.

Teilnehmer des ökumenischen Jugendcamps in Israel.

Teilnehmer des ökumenischen Jugendcamps in Israel.

Leo (16) berichtet von einer Fahrt nach Jerusalem: „Wir sind morgens durch die West Bank zunächst nach Jericho – also in palästinensisches Gebiet – gefahren, was sehr interessant war. Dann sind wir weiter nach Jerusalem. Dort haben wir uns zunächst die Stadt von oben aus angesehen. Was ich beeindruckend fand, war, dass alles so unglaublich dicht bebaut war. Wir haben uns dann natürlich auch die ganzen Sehenswürdigkeiten angeguckt und auf dem Basar mit einigem Erfolg mit einem Händler um seine Ware gefeilscht.“ Jakob (16) ergänzt: „In Jerusalem habe ich erlebt, wie viele Religionen und Kulturen hier auf engstem Raum zusammenleben. Es ist spannend zu sehen, wie sie sich miteinander arrangieren.“ Für Vivian (17) waren die Klagemauer und das Gebet der Juden dort besonders beeindruckend.

Auf dem Weg nach Jerusalem.

Auf dem Weg nach Jerusalem.

Farbenfrohe Eindrücke auf einem Basar.

Farbenfrohe Eindrücke auf einem Basar.

Bei einem Tag in Galiläa am See Genezareth und einer Tour über den Golan konnten sich die Jugendlichen einen Eindruck der unmittelbaren Nähe von Frieden und Konflikt vor Ort verschaffen. Hannah (17) erzählt: „In Kafarnaum am See Genezareth haben wir uns die Kirche angesehen, die über der als Haus des Petrus bekannten Grabungsstätte errichtet ist, und die mich etwas an ein Ufo erinnert hat. Alles war friedlich. Als wir dann auf die Golanhöhen kamen, wirkte es dort genauso friedlich. Doch dann tauchten plötzlich Bunker und militärische Anlagen auf. Wir konnten von dort nach Syrien und in den Libanon blicken. Auf der Rückfahrt waren dann auch noch eine verlassene Ortschaft, Panzer und Drohnen zu sehen. Das ist schon ein Eindruck, der bleibt. Ich habe mich zwar sicher gefühlt, aber es hat mich doch nachdenklich gemacht, dass an solchen Orten, die gar nicht nach Krieg aussehen, solche Konflikte entstehen können.“ Ein Gespräch mit einem Araber und eines mit einem israelischen Siedler machten der Reisegruppe deutlich: eine Lösung der Konflikte vor Ort wird Zeit brauchen.

Die Petruskirche in Kafarnaum.

Die Petruskirche in Kafarnaum.

Blick von den Golanhöhen nach Syrien und Libanon.

Blick von den Golanhöhen nach Syrien und Libanon.

Militärische Anlagen auf den Golanhöhen.

Militärische Anlagen auf den Golanhöhen.

Alwine hat der Ort Dalmanutha besonders beeindruckt: „Man kam da an und es stand dort ein Steinaltar am See, wo auch Jesus ausgeruht hat. Man hatte einen schönen Ausblick, und es war einfach ein Ort, der Ruhe und Frieden ausgestrahlt hat.“ Das ökumenische Gespräch kommt in Israel ebenfalls nicht zu kurz. Kim, selbst evangelisch, erlebte die Gruppen als „sehr offen und gesprächsbereit“. Für sie selbst bleiben der Umgang der verschiedenen Religionen miteinander, das Zusammenleben von Israelis und Palästinensern und die Landschaft ein wichtiger Grund, nach Israel zu kommen.

Das Camp ist eine Initiative des evangelischen Landesjugendpfarramts, das zehn Plätze der Reise für junge katholische Christen zur Verfügung gestellt hat. Die Evangelische Landeskirche Sachsens fördert das Israel-Camp finanziell. Pfarrer Martin Kochalski hat zusammen mit dem Dresdner evangelischen Jugendpfarrer Johannes Bartels und der Leipziger Pfarrerin Grit Markert das geistliche Angebot der Reise vorbereitet. „Schon die Vorbereitung war eine große ökumenische Bereicherung“, so der katholische Jugendseelsorger. Wichtig ist den Veranstaltern aber auch eine tägliche Bibelarbeit mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen – denn es soll eine Pilgerfahrt sein: gemeinsam auf den Spuren Jesu in Israel unterwegs zu sein und diese auch im eigenen Leben zu finden. Am 22. Februar wird die Reisegruppe wieder in Deutschland zurück erwartet.

MB



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