25 Jahre Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen
Dankgottesdienst am 1. Juli 2026 geprägt von dankbarer Erinnerung und Freude auf die Zukunft
Dresden. Mit einem festlichen Dankgottesdienst hat die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Gemeinsam mit Pfarrer Bertram Wolf und Altbischof Joachim Reinelt, der die Akademie im Jahr 2001 gegründet hat, kamen Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Mitarbeitende sowie Gäste zusammen, um dankbar zurückzublicken und den Blick nach vorn zu richten.
In seiner Predigt erinnerte Altbischof Joachim Reinelt daran, worauf es für die Arbeit einer Akademie ankommt: Im Mittelpunkt stünden nicht Zahlen oder Statistiken, sondern die Menschen. Wer Dialog ermöglichen wolle, müsse zunächst zuhören – nicht als Strategie, sondern in einem synodalen Stil, der den anderen ernst nimmt. Kirche und Akademie seien berufen, die Wunden der Zeit wahrzunehmen und mitzutragen. Dafür brauche es eine lebendige Gemeinschaft, die im „Gewand der bescheidenen Barmherzigkeit“ wirke und besonders an der Seite derer stehe, deren Stimmen und Anliegen in Gesellschaft und Kirche leicht überhört werden.
Dieses Verständnis von Kirche und Gesellschaft – geprägt von Menschen, Zuhören, Dialog, Barmherzigkeit und Hoffnung – zieht sich wie ein roter Faden durch 25 Jahre Akademiearbeit.
In persönlichen Erinnerungen blickt das Team der Akademie auf prägende Veranstaltungen zurück:
Ich lerne sehen – Dr. Ulrike Irrgang, Akademiedirektorin
„Eine Galerie ist ohne Frage ein ungewöhnlicher Ort für einen Gottesdienst. Umso bewegender war die Erfahrung, wie dieser besondere Ort und das Gebet zusammenfanden und Musik, Wort und Bild miteinander in einen intensiven Dialog traten.“
Adventsgottesdienst in der Gemäldegalerie Alte Meister wurde 2025 zu einem besonderen Erlebnis: Vor Werken von Raffael und Correggio verbanden sich biblische und literarische Texte mit Musik und Liturgie. Die Übertragung als MDR-Rundfunkgottesdienst erreichte viele Menschen weit über Dresden hinaus.
Orte der Begegnung – Sebastian Ruffert, Referent für Agricolaforum, Chemnitz und Kathedralforum, Dresden
„Sehr eindrücklich ist mir die Woche der spirituellen Orte in Chemnitz in Erinnerung geblieben. Es war beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen sich beteiligt haben und wie unterschiedlich die religiösen und spirituellen Räume wahrgenommen wurden. Letztlich sind spirituelle Orte für mich dort, wo Menschen eintreten können in eine innere Tiefe und aus dieser inneren Tiefe heraus in Beziehung treten.“
Die Spirituelle Woche in Chemnitz 2025 öffnete Räume der Begegnung über Religionsgrenzen hinweg. Mehr als 100 Veranstaltungen machten deutlich, wie vielfältig spirituelle Orte erlebt und gestaltet werden können – als Räume der Ruhe, der Meditation und des Dialogs.
Gottes starke Töchter – Jonatan Burger, Referent für den Akademiepodcast "Mit Herz und Haltung" und Leibnizforum (bis 2023)
„Besonders eindrücklich war für mich der Moment in der Leipziger Nikolaikirche, als Frauen von vier Kontinenten vor dem Altar standen und ihre Erfahrungen geteilt haben. In diesem Augenblick wurde sehr deutlich, dass die Fragen nach Teilhabe und Anerkennung von Frauen in der Kirche kein rein deutsches Thema sind, sondern weltweit bewegt werden.“
Die Tagung "Gottes starke Töchter" in 2023 in der Leipziger Nikolaikirche brachte internationale Stimmen zusammen und zeigte, dass der Einsatz für Frauenrechte in der Kirche ein weltweites Thema ist. Das Themenheft zur Tagung und die Aufzeichungen sind immer noch erhältlich.
Im Wandel – Thomas Wagner, Referent für Römerforum, Zwickau
„2019 war für das Römerforum ein wirklich prägendes Jahr. Es war der Moment, in dem der Standort in Zwickau erstmals fest in den Programmheften der Akademie sichtbar wurde. Gleichzeitig haben wir mit neuen Formaten bewusst Neuland betreten – etwa mit der Reihe ‚Macht Macht Macht‘ oder später mit ‚Die 4 V der Pandemie‘.“
Das Römerforum in Zwickau entwickelte sich ab 2019 zu einem neuen Standort der Akademiearbeit. Neue Formate wie die Reihe Die 4 V der Pandemie prägten die Zeit zwischen Aufbruch und Herausforderung.
Vielfalt im Dialog – Maria Minkner, Geschäftsführerin
„Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, dann gehören für mich vor allem die Kooperationen zu den wichtigsten Erfahrungen. Besonders die Ringvorlesungen mit der TU Dresden oder die Reihe ‚Wege zu einer Kultur des Friedens‘ haben gezeigt, wie fruchtbar Zusammenarbeit über institutionelle Grenzen hinweg sein kann.“
Die Geschichte der Akademie ist eng mit starken Kooperationen verbunden – mit Universitäten, Kulturinstitutionen und kirchlichen Partnern. Formate wie Ringvorlesungen, Zeitfenster oder Kooperationen mit der Semperoper stehen für ein breites Spektrum gelebten Dialogs.
Mit dem Schiff nach Pillnitz – Jonatan Burger Referent für den Akademiepodcast "Mit Herz und Haltung" und Leibnizforum (bis 2023)
„Diese Fahrt nach Pillnitz ist mir bis heute sehr präsent. Wir waren mit einem Schiff voller Gäste unterwegs, als plötzlich ein Motorschaden auftrat und wir mitten auf der Elbe liegen blieben. Was zunächst eine Herausforderung war, wurde am Ende zu einem sehr besonderen Gemeinschaftserlebnis.“
Eine Akademiefahrt auf der Elbe wurde 2018 durch einen Motorschaden unerwartet verlängert – und zugleich zu einem eindrücklichen Gemeinschaftserlebnis zwischen Improvisation und spätsommerlicher Atmosphäre.
275 Stimmen – Cecilia Löschner & Iven Hackmann, Freiwilligendienstleistende
„Die 72 Stunden Bibellesen waren für uns etwas, das man so schnell nicht vergisst. Es war beeindruckend zu erleben, wie viele Menschen sich beteiligt haben und wie unterschiedlich die Texte der Bibel in diesem großen gemeinsamen Hören zur Geltung kamen. Besonders in Erinnerung bleibt uns die besondere Atmosphäre in der Hofkirche.“
Zum Jubiläum der Dresdner Hofkirche wurde die Bibel in einem groß angelegten Leseprojekt vollständig vorgetragen – getragen von hunderten Mitwirkenden und vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern.
Good News in Sachsen – Tina Kern, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
„Auf der Tour hat mich besonders bewegt, wie viele gute Geschichten es gibt, die sonst kaum sichtbar werden. In Prohlis, Borna oder Crimmitzschau haben wir Menschen getroffen, die mit ihrem Engagement zeigen, dass ‚Good News‘ nicht gesucht werden müssen – sie sind längst da, mitten im Alltag.“
Die „Good News“-Tour des SachsenSofas führte 2024 quer durch Sachsen und machte sichtbar, wo Engagement und Zuversicht bereits heute gesellschaftliche Realität sind. Die Videos dazu kann man hier noch nachschauen.
Dank und Ausblick
Die Erinnerungen zeigen die Vielfalt der Katholischen Akademie: Orte des Gesprächs, der Kultur, der Spiritualität und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Sie alle eint der Anspruch, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen – offen, kritisch und zugewandt.
Der Jubiläumsgottesdienst machte deutlich: Diese Arbeit bleibt aktuell. Sie lebt vom Zuhören, vom Dialog und von der Hoffnung, dass Begegnung Veränderung ermöglicht. Mit diesem Auftrag geht die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen dankbar und zuversichtlich in die kommenden Jahre.