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Bistum Dresden Meissen
Ist heute im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz nach Straßburg gereist zur Teilnahme an der Ausstellungseröffnung: Bischof Heinrich Timmerevers. © A. Gäbler
21. Januar 2026

Bischof Timmerevers nimmt an Eröffnung der Ausstellung „Versöhnung in Europa“ im Europäischen Parlament teil

am 21. Januar 2026 zum Deutsch-Polnischen Briefwechsel von 1965

Straßburg. Im Europäischen Parlament in Straßburg ist heute, am 21. Januar 2026, die Wanderausstellung „Versöhnung in Europa“ eröffnet worden. Die Ausstellung der Breslauer Stiftung Zajezdnia und der Metropolie Wrocław/Breslau erinnert an den historischen Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe aus dem Jahr 1965, der als Meilenstein auf dem Weg der Versöhnung zwischen beiden Ländern gilt.

Beim Festakt sprach für die Deutsche Bischofskonferenz Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen). Die Initiative für die Ausstellung im Europäischen Parlament geht auf Einladung der Europaabgeordneten Oliver Schenk (Deutschland, CDU/EVP) und Andrzej Halicki (Polen, EVP) zurück. Unter anderem nahmen an der Eröffnung Roberta Metsola, Präsidentin des Europäischen Parlaments, Erzbischof Bernardito Auza, Apostolischer Nuntius bei der Europäischen Union, und Dr. Beate Gilles, Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, teil.

Versöhnung über Gräben hinweg

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Brief der polnischen Bischöfe vom 18. November 1965, der am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils in Rom verfasst wurde. Darin luden sie ihre deutschen Amtsbrüder zur Tausendjahrfeier der Christianisierung Polens im Jahr 1966 ein. Der in deutscher Sprache verfasste Brief gipfelte in der bis heute viel zitierten Formulierung: „Wir gewähren Vergebung und bitten um Vergebung.“ Die deutschen Bischöfe aus Ost und West antworteten noch im Dezember 1965 gemeinsam aus Rom und erklärten ihre Bereitschaft, die ausgestreckte Hand zu ergreifen.

Bischof Timmerevers erinnerte in seiner Ansprache an die weitreichende Bedeutung dieses mutigen Schrittes: „Vieles davon nahm seinen Anfang bei Menschen, die sich ab 1965 vom Mut ihrer Hirten anstecken ließen und ihrerseits das Versöhnungswerk fortsetzten.“ Der Briefwechsel habe – trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen im Kalten Krieg – langfristig den Weg für Begegnung, Verständigung und Versöhnung über den Eisernen Vorhang hinweg bereitet. In beiden deutschen Staaten hätten Hilfswerke, Vereine und Stiftungen, die sich der Versöhnungsarbeit widmeten, wichtigen Auftrieb erhalten. „In diesem Sinne können wir dankbar sein für den Mut der polnischen Bischöfe in schwerer Zeit, die Hand auszustrecken zur Versöhnung“, so Bischof Timmerevers. Auch die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Beate Gilles, unterstrich die bleibende Aktualität des Briefwechsels: „Der Blick in die Geschichte macht deutlich, dass Versöhnung Mut, Ausdauer und konkrete Schritte braucht. Gerade in einer Zeit neuer Spannungen in Europa erinnert diese Ausstellung daran, dass Verständigung möglich ist – und immer wieder neu errungen werden muss.“

Ausstellung fand Auftakt zum 60. Jahrestag des Briefwechsels

Die Ausstellung war bereits an verschiedenen Orten in Polen und Deutschland zu sehen. Sie wurde anlässlich des 60. Jahrestages des Briefwechsels konzipiert, der am 18. November 2025 in Breslau begangen worden war. Aus diesem Anlass hatten die Deutsche Bischofskonferenz und die Polnische Bischofskonferenz eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. „Auch anlässlich des 60. Jahrestages haben wir mit dieser Erklärung die Fortführung des Versöhnungsprozesses angemahnt und an die gemeinsame Verantwortung von Deutschland und Polen in der Europäischen Union und aktuell besonders für die Ukraine erinnert“, betonte Bischof Timmerevers mit Blick auf die Gegenwart.