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Bistum Dresden Meissen
Die Dresdner Kapellknaben bei ihrem Auftritt. © Dresdner Kapellknaben
23. März 2026

"Stabat mater" und "Miserere": Kapellknaben berühren mit ausdrucksstarkem Gesang

am 21. März in der Dresdner Kathedrale

Dresden. Die Kathedrale war in ein besonderes Licht getaucht. Es passte bestens zur Stimmung der ausgewählten Musik, die beim Passionskonzert der Dresdner Kapellknaben erklang: "Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?" und "Schaffe in mir, Gott" von Johannes Brahms, "Stabat mater" von Giovanni Battista Pergolesi, "Miserere" von Gregorio Allegri sowie "Alles mit Gott und nichts ohne ihn" von Johann Sebastian Bach. Alle diese Werke setzen sich mit Tod, Leid, Schuld und Trost auseinander und spenden doch zugleich auf berührende Art Trost.

Wer wollte, konnte sogar schon vor Beginn der Karwoche die Hoffnung von Ostern entdecken - in den illuminierten Emporen der Hofkirche und in der Musik. Besonders das "Miserere", das 200 Jahre nur in der Sixtinischen Kapelle gesungen und nicht kopiert werden durfte, korrespondierte auf berührende Weise mit diesem Raum. "In dieser Reduktion hat das Miserere eine ungemeine Wirkung und ist fast schon wieder modern", sagte Domkapellmeister Christian J. Bonath.

Beim in kleiner Besetzung gesungenen "Stabat mater" brillierten vor allem die Kapellknaben-Solisten Oliver Zifei Liu, Konstantin Eule und Jakob Klein an der Seite der Musiker der Sächsischen Staatskapelle. "Wir haben Stimmen, die diesen wunderbaren Raum füllen und die Leute berühren können - das ist großartig", erklärte nach dem Konzert ein dankbarer Chorleiter.

Nachhall in Text und Musik

Der Spiritual der Kapellknaben, Kaplan Michael Kreher, streute in zwei Pausen Texte zum Nachdenken und Überdenken ein, die ebenso nachklingen wie die Musik. "Wir wollen nicht nur schön singen, sondern auch Denkanstöße geben", betonte Bonath, der seine jungen Künstler, zu denen man durchaus auch den Altus Jan Jerlitschka zählen kann, für ihre Leistung lobte: "Wir können zufrieden, glücklich und ein bisschen stolz sein. Der große Aufwand hat sich gelohnt",

Karsten Blüthgen, der das Konzert für die Sächsische Zeitung rezensierte, fand den Auftritt ebenfalls sehr gelungen: "Farbe und Kontrast auf vielen Ebenen machten die große Tiefe an Gefühlen erlebbar", schrieb er in der SZ. "Die Kapellknaben sangen ungemein berührend – ja, auch junge Menschen ohne Eltern-Erfahrung können deren Gefühle aus Verlust oder existenzieller Not vermitteln."

dk