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Bistum Dresden Meissen
Die beiden Beauftragten Anna Müller-Steffens (2.v.l.) und Jesuitenpater Herbert Rieger (3.v.l.) bei der Übergabe der Beauftragungsurkunden durch Bischof Heinrich Timmerevers (links) und Sr. Petra Maria Brugger (rechts). © Michael Baudisch
07. Juli 2026

Bistum Dresden-Meißen benennt Ansprechpersonen in Fällen des Missbrauchs geistlicher Autorität

Vertrauliche Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet – Verfahrensordnung regelt den Umgang mit Beschwerden

Dresden. Das Bistum Dresden-Meißen hat zwei unabhängige Ansprechpersonen für Menschen benannt, die Missbrauch geistlicher Autorität erfahren haben oder entsprechende Erfahrungen einordnen möchten. Zugleich hat das Bistum eine Verfahrensordnung veröffentlicht, die den Umgang mit Beschwerden in diesem Bereich regelt.

"Geistliche Begleitung, Seelsorge und kirchliche Autorität dürfen niemals dazu benutzt werden, Menschen abhängig zu machen, sie zu manipulieren oder ihren Glauben gegen ihre Freiheit zu wenden. Deshalb ist es wichtig, dass es unabhängige Ansprechpersonen und ein geordnetes Verfahren gibt“, sagt Bischof Heinrich Timmerevers.  

Der Dresdner Bischof hatte federführend an der Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz „Missbrauch geistlicher Autorität. Zum Umgang mit Geistlichem Missbrauch“ mitgearbeitet, die im September 2023 vorgestellt wurde. Bei unterschiedlichen Konferenzen sensibilisierte er in den vergangenen Jahren zusammen mit der zuständigen Ordinariatsmitarbeiterin Sr. Petra Maria Brugger Seelsorgerinnen und Seelsorger der Diözese für dieses Thema.

Vertraulichkeit zugesichert

Die beiden unabhängigen Ansprechpersonen Anna Müller-Steffens und Jesuitenpater Herbert Rieger sind nicht beim Bistum Dresden-Meißen angestellt. Gespräche mit ihnen werden vertraulich geführt. Sie stehen Menschen zur Verfügung, die selbst betroffen sind, Fragen zur Einordnung eigener Erfahrungen haben oder sich über mögliche weitere Schritte informieren möchten.

Missbrauch geistlicher Autorität kann dort entstehen, wo geistliche, seelsorgliche oder religiöse Autorität dazu genutzt wird, Menschen zu beeinflussen, unter Druck zu setzen, zu entmündigen oder in ungesunde Abhängigkeiten zu führen. Die Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz beschreibt diesen Bereich als ein Feld, das lange zu wenig gesehen, benannt und aufgearbeitet wurde. Sie will helfen, geistlichen Missbrauch zu erkennen, Betroffene zu unterstützen und kirchliches Handeln verbindlicher zu gestalten.

Kommt es zu einer Beschwerde, beschreibt die veröffentlichte Verfahrensordnung die Zuständigkeiten und nächsten Schritte. Damit schafft das Bistum einen nachvollziehbaren Rahmen für den Umgang mit Hinweisen und Beschwerden im Bereich des Missbrauchs geistlicher Autorität.

Die Kontaktdaten der Ansprechpersonen sowie die Verfahrensordnung sind abrufbar unter:

https://www.bistum-dresden-meissen.de/gut-informiert/missbrauch-geistlicher-autoritaet/missbrauch-geistlicher-autoritaet