Religiöse Bildung im Gespräch
Rainer Oberthür zu den Gottesfragen der Kinder - eine Akademieveranstaltung im Bischöflichen Montessori-Schulzentrum Leipzig
Leipzig. Rund 45 Teilnehmende, darunter viele Lehrkräfte des Bischöflichen Montessori-Schulzentrums Leipzig, erlebten am 26. Februar 2026 einen intensiven Abend mit dem Religionspädagogen und Autor Rainer Oberthür. In Lesung und Musik stellte er Bücher und Beispiele aus seinem Unterricht vor – mit Kinderfragen wie: Was ist die Seele? Wer ist Gott? Was glaubst du?
Deutlich wurde, wie sprachfähig Kinder über die „großen Fragen“ sind, wenn ihnen Raum gegeben wird. Oberthür hört genau hin und entwickelt aus ihren Gedanken neue Impulse zum Weiterfragen. „Die Arbeit mit den Kindern macht mich klüger“, sagte er – eine Erfahrung, die viele an diesem Abend teilten.
„Alle Dinge, die wir sehen, können wir doppelt anschauen: als Tatsache und als Geheimnis. Aus dem Wirklichen wächst das Erstaunliche.“ (Rainer Oberthür)
Im anschließenden Gespräch mit Franziska Mellentin, Referentin für Religionspädagogik und den Teilnehmenden wurde die zuvor gehörte Haltung noch einmal vertieft: eine Haltung des Hörens, der Aufmerksamkeit und des geduldigen Wahrnehmens. Mellentin griff zentrale Gedanken auf und öffnete den Raum für eigene Erfahrungen der Anwesenden – aus Unterricht, Schule und persönlichem Glauben. Das Gespräch war dicht, wertschätzend und suchend zugleich. Es ging um konkrete Wege, wie religiöse Bildung heute gelingen kann, aber auch um die bleibende Herausforderung, die Frage nach Gott inmitten von Leid, Krieg und Ungerechtigkeit wachzuhalten. Auf die Frage nach konkreten Impulsen für den Alltag antwortete Oberthür schlicht: Kindern vorlesen. Zeit schenken. Den Fragen Raum geben.
Ulrike Irrgang, Direktorin der Katholischen Akademie, betont die Bedeutung solcher Abende: „Als Katholische Akademie sind wir mit Veranstaltungen gern auch an Schulen im Bistum Dresden-Meißen und erleben hier vielfältige Möglichkeiten, unserem Auftrag, Bildungs- und Begegnungsräume zu eröffnen, gemeinsam zu leben. Als offene Orte des Lernens, des Austauschs und der Begegnung – vor allem für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehrkräfte und Eltern – strahlen diese weit über den Unterricht hinaus und erreichen viele Interessierte.“
Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der Hauptabteilung Schulen und Hochschulen im Bischöflichen Ordinariat und dem Bischöflichen Montessori-Schulzentrum Leipzig statt.