Menü
Bistum Dresden Meissen
Bei der Einweihung des Gedenksteins. © Ilko Eichelmann/ Armenische Kulturgemeinde e.V.
27. April 2026

Einweihung eines Armenischen Kreuzsteins vor der Propstei in Leipzig

am 20. April 2026 im Gedenken an den Genozid an den Armeniern 1915/16

Leipzig. Am Montag, 20. April 2026, wurde im Rahmen des Friedensgebetes in der Leipiger Nikolaikirche an den Genozid an den Armeniern gedacht. 1915/16 kamen mehr als die Hälfte der etwa 1,5 bis 2 Millionen osmanischen Armenier Kleinasiens ums Leben.

Sowohl der Botschafter Armeniens aus Berlin als auch der Bischof der Armenier in Deutschland und eine Delegation aus Jerewan, der Hauptstadt Armeniens, waren gekommen. In bewegenden Ansprachen gedachten sowohl der Botschafter als auch Leipzigs Oberbürgermeister Burghard Jung des Genozids an den Armeniern und forderten zu einem friedvollen Miteinander auf. Die Predigt von Nikolaikirchenpfarrer Bernhard Stief ermutigte, sich verstärkt um den Frieden zu mühen. Umrahmt wurde das Gebet mit Armenischen Liedern und Musik auf typisch armenischen Instrumenten. Der Propsteikinderchor und der Kinderchor der armenischen Gemeinde Leipzig sangen zusammen zwei mitreißende Armenische Lieder.

Anschließend zog die Gemeinde zur Propsteikirche. Dort wurde vor dem Kirchturm ein armenischer Kreuzstein eingeweiht. Armenische Kreuzsteine, Chatschkar genannt, haben eine lange Tradition. In Armenien gehen sie bis ins 9. Jahrhundert zurück. In der Mitte ist jeweils ein Kreuz dargestellt, oft mit Ranken, Blüten und Ornamenten umhüllt. Sie sind ein Zeichen des Sieges Jesu über den Tod. Heute erinnern sie zugleich an den Völkermord an den Armeniern und sind Gedenkorte für die Armenier. Vorlage des Kreuzsteins vor der Propstei in Leipzig ist ein uralter Kreuzstein in Armenien, der zerstört worden war und nun in Armenien neu aus Stein gehauen wurde.Bischof Serovpe Isakhanyan weihte in einer ökumenischen Feier zusammen mit Nikolaikirchenpfarrer Bernhard Stief und Propst Ralph Kochinka diesen Chatschkar ein.

Es ist ein schönes Zeichen der Verbundenheit der Propsteigemeinde mit dem Verein der Armenischen Kulturgemeinde Leipzig e.V., der in den Räumen der Propstei mit zu Hause ist und hier regelmäßig Gottesdienste feiert, Unterricht und Gemeindeveranstaltungen hält. Die Stadt hatte lange nach einem geeigneten Ort für diesen Kreuzstein gesucht. Nach Anfrage durch die Stadt und die Armenische Kulturgemeinde und mit Zustimmung des Pfarreirates der Propsteipfarrei konnte dieser passende Gedenkstein nun vor dem Propsteiturm aufgestellt und eingeweiht werden. Im Anschluss an die Zeremonie wurde noch zu einem Empfang im Saal der Propstei eingeladen - mit Ansprachen, armenischer Musik und leckeren armenischen Speisen.

Text: Propst Ralph Kochinka

Bildergalerie