Erwachsenentaufen verändern das kirchliche Leben in Frankreich
Delegation der Deutschen Bischofskonferenz - darunter Bischof Timmerevers - zieht positive Bilanz ihrer Reise
Paris. Heute, am 12. Juni 2026, ist die Reise einer Delegation der Jugendkommission und der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz nach Frankreich zu Ende gegangen. Die Gruppe hielt sich seit dem 8. Juni 2026 im Erzbistum Paris sowie in den Bistümern Créteil und Saint-Denis auf. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die deutlich gestiegenen Zahlen von Katechumenen und Neugetauften sowie die Auswirkungen dieser Entwicklung auf das kirchliche Leben in Frankreich.
Der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Peter Kohlgraf (Mainz), erklärte zum Abschluss der Reise: „Die Begegnungen in Frankreich haben uns beeindruckt. Wir haben erlebt, wie Menschen den Weg zum Glauben finden, und durften persönliche Zeugnisse von Neugetauften hören. In den Gesprächen mit Vertretern der Französischen Bischofskonferenz, mit Taufbegleiterinnen, Neugetauften, Katechumenen sowie Theologinnen und Theologen am Institut Catholique de Paris wurde deutlich, dass die steigende Zahl von Neugetauften ein pastorales Phänomen ist, das zunehmend zur Transformation der Pfarreien führt. Dabei findet diese Veränderung nicht separiert von den Gemeinden statt, sondern ist an sie rückgebunden.“
Die Fragen, wie diese Entwicklung der hohen Taufzahlen zur Transformation der Pfarreien beiträgt, und welche pastoralen Konsequenzen daraus erwachsen, werden die Kirche in Frankreich in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen. Dies wurde auch im Sekretariat der Französischen Bischofskonferenz deutlich, wo die Delegation zum Austausch eingeladen war. Das Gespräch mit den Kirchenvertretern aus Deutschland führten Bischof Olivier Leborgne (Arras, Frankreich), Präsident der Kommission „Initiation et Vie Chrétienne“, Bischof Olivier de Germay (Lyon, Frankreich), Mitglied des Ständigen Rates der Französischen Bischofskonferenz, und Catherine Chevalier, die im Sekretariat der Französischen Bischofskonferenz für Katechese, Katechumenat und Familien zuständig ist.
Die Aufnahme und Begleitung neuer Christinnen und Christen verändert die Gestalt kirchlichen Lebens und stellt die Frage nach neuen Formen von Gemeinschaft, Beteiligung und Glaubensvertiefung. Diesen und weiteren Aspekten wird sich die kommende Provinzversammlung der Metropolie Paris widmen, über die P. Maximilien de la Martinière, der Generalsekretär der Kirchenversammlung, die Delegation informierte. Bei ihrer Reise traf die Delegation außerdem mit zwei katholischen Influencern zusammen. Bei allen Gesprächen ist deutlich geworden, dass Menschen auf sehr unterschiedlichen Wegen mit dem Glauben in Berührung kommen – im Gottesdienst, im persönlichen Gespräch, durch glaubwürdige Zeuginnen und Zeugen und zunehmend auch über digitale Räume. Die Ergebnisse der Reise werden in die weiteren Beratungen der Deutschen Bischofskonferenz einfließen.
Der Delegation in Frankreich gehörten neben Bischof Kohlgraf an: Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen), Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule, Prof. Dr. Katharina Karl (Eichstätt), Beraterin der Jugendkommission, Prof. Dr. Jan Loffeld (Utrecht), Berater der Pastoralkommission, und Prof. Dr. Bernd Hillebrand (Graz), Berater der Jugendkommission.