Fastentuch von Michael Morgner verhüllt Altarbild der Kathedrale
Gespräch mit dem Künstler am Sonntag, 9. März, um 10 Uhr im Haus der Kathedrale
Dresden. Zu Beginn der Fastenzeit mit dem Aschermittwoch wird auch in der Kathedrale zu Dresden das Hochaltarbild von Anton Raphael Mengs für 40 Tage verhüllt sein. Die Domgemeinde konnte dafür den Chemnitzer Künstler Michael Morgner gewinnen. Mit einen seiner drei Fastenvela aus Seidenpapier in einer Größe von 44 Quadratmetern erscheint ein neues Bild in der Kathedrale.
Morgner möchte mit seinen Arbeiten auf den Menschen schauen. Und unter dem Titel „ecce homo“ präsentiert er ihn in einer markanten und abstrakten Darstellungsform.
Mit der aktuellen Verhüllung trifft nicht nur die Moderne auf den Barock, sondern will auch das Menschliche mit dem Göttlichen ins Zwiegespräch treten. Mit nur einem Kilogramm Eigengewicht auf diese Großfläche zeigt das Material des Seidenpapiers eindrucksvoll, wie dünnhäutig und verletzlich sich das Fastenvelum präsentiert, was die inhaltliche Botschaft des Künstlers unterstreicht.
Die Domgemeinde lädt am Sonntag, 9. März, um 10 Uhr zu einem Künstelergespräch mit Michael Morgner ins Haus der Kathedrale ein.
Der Künstler Michael Morgner wurde 1942 in Chemnitz geborgen. Er studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. 1977 war er Mitbegründer der Künstlergruppe und Produzentengalerie Clara Mosch, die bis 1982 existierte. Seit 1982 entstanden serielle Arbeiten, 1984 erste Arbeiten zum Ecce-Homo-Zyklus, Totentanz-Darstellungen sowie seit 1988 Arbeiten zum Thema Requiem.
2012 erhielt Morgner den Gerhard-Altenbourg-Preis und 2018 den Schmidt-Rottluff-Kunstpreis. Er kann auf zahlreiche Ausstellungen verweisen, wie z. B. 2012 im Sprengel Museum Hannover, 2017 im Kunstmuseum Ahrenshoop und 2022 in den Kunstsammlungen Chemnitz.
Morgner lebt und arbeitet in Einsiedel bei Chemnitz.