Frömmigkeit unter Männern
MännerPilgerTag zu Christi Mimmelfahrt nach Wechselburg
Wechselburg. 2011 – beim Besuch Papst Benedikt XVI. in Erfurt – entstand die Idee einer Art Männerwallfahrt – 2013 ging es zum ersten Mal los: der Pilgerweg einer Gruppe von Männern, vor allem. aus St. Paulus/Pfarrei Selige Märtyrer vom Münchner Platz – Dresden. Seitdem ging es jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt - bis auf ganz wenige Ausnahmen (wie in den Pandemie-Jahren) - auf Wallfahrt. Auch 2026 machten sich die Pilger wieder auf den Weg – diesmal sogar mit einer Rekordbeteiligung von 18 Männern. Darunter einige Studenten aus der Dresdner Katholischen Studentengemeinde, die die Männergruppe deutlich verjüngten.
Schon um 6:15 Uhr trafen sich am 14. Mai die ersten zu den Laudes in der St. Paulus-Kirche. Vom Bahnhaltepunkt Dresden-Plauen aus ging es dann mit dem Zug über Chemnitz nach Burgstädt. Hier wurde mit der Ortsgemeinde die Wort-Gottes-Feier zum Hochfest Christi Himmelfahrt gefeiert. Dann begann der Fußmarsch.
Schöne Dorfkirchen und freie Natur
Nächste Station war die evangelische Gemeinde in Rochsburg, die traditionell am Himmelfahrtstag ein kleines Gemeindefest feiert. Die Pilgergruppe ist dort schon bekannt und immer warten ein paar Grillwürste nach der ersten Etappe -sowie die wunderschöne historische Dorfkirche - wo es eine Gebetsstation gibt. In Lunzenau, einige Kilometer weiter, gibt es üblicherweise die nächste Station in der ebenfalls beeindruckenden evangelischen Kirche. Dieses Gebet fand wegen Bauarbeiten heuer in der freien Natur des Heinrich-Heine-Parks statt. Nach gemeinsamem Rosenkranzgebet auf dem Weg und einem traditionellen Foto vor dem beeindruckenden Viadukt von Göhren erreichte die Gruppe wie in den Vorjahren ein weiteres historisches Kirchen-Kleinod: die evangelische Dorfkirche Göhren. Von dort hat man das Ziel: Wechselburg mit seiner päpstlichen Basilica minor schon vor Augen.
2026 schloss die kleine Wallfahrt mit der Feier der Vesper in der Basilika und dem Abstellen der von einem Pilger sehr liebevoll gestalteten Wallfahrtskerze. In diesem Jahr betete und sang die Männergruppe nun endgültig in eigener Verantwortung, seitdem das tägliche Abendlob der Benediktinermönche in Wechselburg verstummt ist. In einem örtlichen Lokal stärkte sich die Pilgergruppe schließlich noch ein wenig und trat mit Bus und Bahn die Heimreise an.
Was bleibt zurück?
Müdigkeit und schmerzende Gelenke – das schmerzhafte Fehlen der benediktinischen Mönchsgemeinschaft und die bleibende spirituelle Ausstrahlung des Ortes – roter Porphyr – gregorianischer Choral und gesungene Psalmen – Ökumenische Herzlichkeit – sanfte Hügel und Wälder und das bezaubernde Tal der Zwickauer Mulde – Gastfreundschaft einer kleinen Diasporagemeinde – Bratwurstduft und ein kleines Eis unterwegs – romanische Architektur in kleinen und einer großen Kirche – Frömmigkeit unter Männern – Gespräch und Schweigen – Begegnungen mit Wandernden, die einen zünftigen Familienausflug oder auch eine feucht-fröhliche „Männertagstour“ vorhaben - das Gebet für unsere Familien an einem Wegkreuz – der jahrhundertealte Gekreuzigte auf dem Lettner und das zeitgenössische Gemälde mit der Begegnung von Edith Stein und Christus –
dieses … und viele andere, teilweise kontrastreiche Eindrücke mögen wohl in den Pilgern nachhallen und sicher etliche motivieren, das Fest der Himmelfahrt Christi auch im kommenden Jahr wieder in dieser Form zu begehen. Mitpilgern ist ausdrücklich erwünscht!
Text: Diakon Peter Brinker