Ein Fest der Gemeinschaft und des Glaubens: Katholikentag in Würzburg beendet
Gastgeber des nächsten Katholikentags im Jahr 2028 ist das Erzbistum Paderborn
Würzburg. „Hab Mut, steh auf!“ – unter diesem Leitwort stand der 104. Deutsche Katholikentag, der vom 13. bis 17. Mai 2026 in Würzburg stattgefunden hat und am 17. Mai 2026 mit einem Gottesdienst zu Ende ging. In seiner Predigt hob der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, die Spannung zwischen Weltgeschehen und unserer Lebenswirklichkeit hervor: „Die Welt brennt! (...) Wir stehen hier in Würzburg. Sicher. Erfüllt von den Begegnungen der vergangenen Tage. Aber die Welt brennt – und wir sind Teil dieser Welt. Brandherde löscht man nicht durch Zuschauen!“ Zugleich betonte er, dass es allen Krisen zum Trotz auch Grund zur Hoffnung gebe. Die Tage in Würzburg hätten dazu ermutigt, mit Zuversicht neue Wege zu gehen. Genau dies sei der Auftrag, den die Teilnehmenden mit in ihren Alltag nehmen sollten.
„Unsere Welt und unsere Kirche brauchen Aufbrüche, immer von Neuem. Dazu sind wir jetzt am Ende des Katholikentages eingeladen. Vor dem Aufbruch steht der Dank für das Zurückliegende: Allen danke ich von Herzen, die an diesem Gottesdienst mitgewirkt haben und die ihn mit uns gefeiert haben. Stehen wir auf und brechen wir mit Mut zu neuen Wegen auf. Und geben wir so Zeugnis in dieser Welt von unserem Glauben.“ Mit dem Segen Gottes, so Bischof Wilmers abschließende Hoffnung, könne dieser Weg „hinaus in die Weite“ gelingen.
1.400 Menschen beim Bonifatiuswerk-Gottesdienst im Würzburger Dom
Am Samstagnachmittag hatten das Bonifatiuswerk, die Malteser und die Ansgar-Werke zur Feier einer Heiligen Messe im Würzburger Kiliansdom eingeladen. Hauptzelebrant war Bischof Heinrich Timmerevers. Mehr als 1.400 Menschen strömten in den St.-Kilians-Dom und feierten den Gottesdienst mit. Darunter auch Dr. Irme Stetter-Karp (Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, ZdK), der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und Reiner Haseloff (Ministerpräsident a.D. Sachsen-Anhalt). Der feierliche Gottesdienst stand unter dem Motto „Sei mutig und stark“. Bischof Timmerevers aus Dresden nahm das Leitwort auf und berichtete von Mut machenden Signalen aus den ostdeutschen Bistümern. So hätten sich in jüngster Vergangenheit in seiner Diözese 52 Erwachsene taufen lassen, in Magdeburg waren es 40 und im Erzbistum Berlin sogar 183.
Er dankte dem Bonifatiuswerk für die Unterstützung der Glaubensgeschwister in den ostdeutschen Diaspora-Regionen. Kaum eine Kirche oder kirchliche Einrichtung, die nicht vom Hilfswerk für den Glauben gefördert werde. Bischof Timmerewers richtete sich an die Gottesdienstfeiernden: „Ohne Sie, liebe Katholikinnen und Katholiken, wäre die Unterstützung nicht möglich.“ Als Konzelebranten wirkten Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz (Paderborn), Erzbischof Herwig Gössl (Bamberg), Bischof Dr. Dominicus Meier OSB (Osnabrück) sowie Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen mit. Judy Bailey und ihre Band begeisterten mit souliger geistlicher Musik.
Spreewaldgurken und Fotobox
Auf der Kirchenmeile konnten die Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz sich an ihrem gemeinsamen Stand über viele Gespräche und reges Interesse erfreuen. Die Gäste hatten Gelegenheit, das Motto des Katholikentags persönlich umzusetzen. Zu den Fragen "Was macht Dir Mut? Wofür stehst Du auf?" beschrifteten sie große Schilder mit ihren Gedanken und ließen sich für eine Foto-Slideshow fotografieren. Ein ausgedrucktes Erinnerungsfoto konnten die Besucherinnen und Besucher dabei auch direkt mit nach Hause nehmen oder als Postkarte an Freunde verschicken. Die Möglichkeit zum Basteln von Armbändern mit Perlen und Mutmach-Begriffen nutzten nicht nur Teenager und Kinder, sondern auch manche Erwachsenen. Gerade bei den immer wiederkehrenden Regenphasen blieb so kein Platz im Pavillonzelt frei. Wer am Glücksrad drehte und eine Frage zu Persönlichkeiten aus Bibel und Zeitgeschichte beantwortete, die Mut in ihrem Handeln bewiesen hatten, durfte zwischen einer original Brandenburger Spreewaldgurke oder einem Tütchen Gummibärchen als Belohnung wählen. Eingebettet war der Stand der Dresden-Meißener und Görlitzer Bistümer zwischen dem Erzbistum Berlin und den Tschechischen Bistümern, wobei sich viele Kontakte ergaben.
Veranstaltungsangebote von Sachsensofa bis "Mit Gott in der Kneipe"
Der Katholikentag bot zahlreiche Impulse zu Glaube, Gesellschaft und politischer Verantwortung. Auch Menschen aus dem Bistum Dresden-Meißen brachten sich an vielen Stellen ein, ob als Freiwillige Helfer oder Gestalter eigener Veranstaltungsformate. So lud etwa das Angebot „Mit Gott in der Kneipe“ mit Dominikanerpater Simon Hacker aus Leipzig ein, in entspannter Atmosphäre ins Gespräch zu kommen. Am Freitag beschäftigte sich das Sachsensofa der Katholischen Akademie bei einem Podium unter dem Titel „Angst macht Meinung – Gefahr für Freiheit und Vielfalt“ mit den Auswirkungen gesellschaftlicher Verunsicherung auf Demokratie und öffentliche Debatten.
Der 105. Deutsche Katholikentag findet vom 24. bis 28. Mai 2028 in Paderborn statt.