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Bistum Dresden Meissen
Schulkinder beim Besuch des jüdischen Friedhofs. © BMMGS Bautzen
02. April 2026

"Jüdisches Leben" in Bautzen

Bischöfliche Maria-Montessori-Grundschule gibt Einblicke in ihre Fastenzeit-Gestaltung

Bautzen. Die Maria-Montessori-Grundschule in Bautzen hat die Fastenzeit zur Beschäftigung mit dem Thema "Jüdisches Leben" genutzt. „Hast du dich schon einmal gefragt…“ – mit diesen Worten begannen viele Impulse, die im gesamten Schulhaus zu finden waren. Sie luden dazu ein, innezuhalten und sich mit Fragen auseinanderzusetzen, die zum Perspektivwechsel anregten: Darüber, ob es in jüdischen Familien eine besondere Ordnung im Kühlschrank gibt, was eigentlich eine Kippa ist oder wo in der Stadt eigentlich diese goldenen besonderen Steine am Boden zu finden sind.

Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen setzte die Schule bewusst ein Zeichen für Toleranz, ein wertschätzendes Miteinander und die Stärkung demokratischer Werte. Unter dem Thema „Jüdisches Leben – erinnern * verstehen * wertschätzen“ beteiligte sich die Grundschule an der Aktion „Tacheles“ im Rahmen des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen.

Die wöchentlichen Fastenandachten boten einen ersten Zugang zu den Erfahrungen jüdischer Menschen über Generationen hinweg. Dabei wurde deutlich, wie sehr Themen wie Aufbruch, Neuanfang und Vertrauen auf Gott bis heute sowohl das jüdische als auch das christliche Glaubensverständnis prägen. Diese Perspektiven eröffnen auch für die Gegenwart Orientierung und Zuversicht.

Ein besonderer Höhepunkt war der Projekttag vor Ostern. Verschiedene Lerngruppen erkundeten Orte jüdischen Lebens in der Region, setzten sich mit Geschichte und Kultur auseinander und lernten zentrale Aspekte des Judentums kennen. Begleitet wurde der Tag von Klezmermusik, die im Schulhaus zu hören war und eine besondere Atmosphäre schuf – so sehr, dass selbst am Nachmittag noch Mitarbeitende davon berührt wurden. Eine schuleigene Ausstellung diente zudem als lebendiger Lernort für Schülerinnen und Schüler sowie externe Gäste.

Auch wenn es sich aus Sicht der Grundschule um kleine Schritte handelt, verbindet sich mit dem Projekt eine klare Hoffnung: Durch solche Erfahrungen sollen christliche Werte greifbar werden und den Kindern langfristig Orientierung geben. Gleichzeitig möchte die Schule Impulse in die Elternschaft und die Region hineintragen und zu einem Ort der Begegnung, des Austauschs und der gegenseitigen Stärkung werden.

Steffi Hoffmann, Schulseelsorge

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